Wie du dein Baby zum Aufstoßen bringst: 3 Positionen, Schritt-für-Schritt-Anleitung und was zu tun ist, wenn es nicht klappt

Verfasst von Momcozy Care Team

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MEDIZINISCH GEPRÜFT VON
Lic. Nadia Kulisz
Lic. Nadia Kulisz, Geburtshelferin, Fachärztin für Intensivgeburtshilfe, Universitätsdozentin
Nadia Lorena Kulisz Bugarin ist Diplom-Hebamme und Dozentin für Geburtshilfe an der Universidad del Aconcagua. Sie verfügt über umfangreiche klinische Erfahrung in der Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen, die sie sowohl in öffentlichen als auch in privaten Einrichtungen in Argentinien gesammelt hat. Sie ist Fachärztin für kritische Geburtshilfe und diplomierte Fachkraft für klinische Simulation mit Erfahrung im Umgang mit Risikoschwangerschaften, geburtshilflichen Notfällen und der Ausbildung von Gesundheitsfachkräften mittels klinischer Simulation. Ihre Praxis basiert auf evidenzbasierter Medizin, und derzeit absolviert sie einen Masterstudiengang in Pädagogik in digitalen Umgebungen, wobei sie ihre Tätigkeit in der Patientenversorgung, die Lehre und die Auswertung internationaler wissenschaftlicher Inhalte miteinander verbindet.
Hinweis: Dieser Artikel wurde vor der Veröffentlichung von der Diplom-Hebamme Nadia Lorena Kulisz Bugarin fachlich geprüft. Die unveränderte Originalfassung finden Sie in der spanischen Version dieses Artikels.

Um dein Baby zum Aufstoßen zu bringen, hilft sanftes Klopfen in aufrechter Haltung über der Schulter, um verschluckte Luft zu lösen. Das Bäuerchen nach dem Essen kann dazu beitragen, dass sich das Baby wohler fühlt, doch wenn es nicht gelingt, kann dies bei Eltern schnell für Unsicherheit sorgen. Wenn das Baby Luft verschluckt, sammelt sich diese im Magen und kann Beschwerden, Weinen oder Spucken verursachen. Die gute Nachricht ist: Wenn Du verschiedene Positionen ausprobierst und ein paar Minuten lang sanft klopfst oder massierst, können viele Babys die Luft leichter aufstoßen. Wenn das Baby kein Bäuerchen macht und ruhig ist, ist es nicht nötig, darauf zu bestehen.

💡 Wichtigste Erkenntnisse

  • Kein Zwang beim Bäuerchen – Das Aufstoßen hilft gegen verschluckte Luft, ist aber bei entspannten Babys nicht nach jeder Mahlzeit Pflicht.
  • Bewährte Positionen – Die Haltung über der Schulter, sitzend auf dem Schoß oder bauchlings auf den Oberschenkeln erleichtern das Entweichen.
  • Zeitlimit beachten – Einige Minuten Versuchen genügen; bleibt das Baby beschwerdefrei, kann es bedenkenlos flach auf den Rücken gelegt werden.
  • Sicherheitsregeln einhalten – Verzichte bei Babys unter 6 Monaten auf Tees und lege das Kind zum Schlafen ausschließlich auf den Rücken.

Dieser praktische Ratgeber bietet Dir einen klaren Handlungsplan, um verschiedene Techniken kennenzulernen und zu wissen, was zu tun ist, wenn das Baby kein Bäuerchen macht.

⚠️ Dieser Inhalt dient nur zur Information und stellt keinen medizinischen Rat dar. Konsultiere bei Gesundheitsproblemen immer einen Arzt.

Die 3 wichtigsten Positionen (Schritt für Schritt)

Es gibt nicht die eine richtige Haltung; jedes Baby spricht auf eine andere am besten an. Probiere diese drei von Kinderärzten unterstützten Optionen aus, bis Du die passende für Dich findest.

Sie können je nach Komfort von Baby und Betreuungsperson angewendet werden, wobei Kopf und Nacken stets gut gestützt und die Atemwege frei bleiben müssen.

A. Über der Schulter

Die klassischste und intuitivste Haltung von Geburt an.

  1. Bereich vorbereiten: Lege ein Spucktuch über Deine Schulter (es ist gewöhnlich, dass etwas Milch mit herauskommt).
  2. Baby positionieren: Nimm es aufrecht hoch, sodass sein Kinn auf Deiner Schulter aufliegt. Sein Körper sollte an Deiner Brust anliegen.
  3. Halten und klopfen: Stütze Kopf und Nacken mit einer Hand. Mit der anderen zur Schale geformten Hand klopfst Du sanft und rhythmisch auf die Mitte des Rückens oder reibst sanft seinen Rücken.
  4. Richtige Stärke: Der Druck sollte sich anfühlen wie „auf eine Wattewolke klopfen“. Wenn es trocken klatscht, wendest Du zu viel Kraft an.

⚠️ Stelle sicher: Nase und Mund des Babys dürfen niemals durch Deine Schulter verdeckt werden.

B. Sitzend auf dem Schoß

Nutzt die Schwerkraft und ist ideal, sobald das Baby eine gewisse Kopfkontrolle hat.

  1. Baby hinsetzen: Setze es seitlich auf Deine Oberschenkel, mit dem Blick nach vorne.
  2. Kiefer stützen: Lege Deine Handfläche auf seine Brust und stütze Kinn und Kiefer mit Daumen und Zeigefinger. Drücke nicht auf den Hals.
  3. Neigen und klopfen: Neige das Baby leicht nach vorne und klopfe mit der freien Hand sanft auf den Rücken.

C. Bauchlings auf dem Schoß

Manche Babys fällt es in dieser Haltung leichter, ein Bäuerchen zu machen. Lege dein Baby bäuchlings quer über deinen Schoß, stütze dabei seinen Kopf und stelle sicher, dass dieser etwas höher als der Brustbereich liegt.

  1. Hinlegen: Lege das Baby quer auf Deine Oberschenkel. Sein Bauch sollte auf einem Deiner Oberschenkel aufliegen.
  2. Kopf stützen: Stütze Kinn und Wange mit einer Hand und achte darauf, dass der Kopf nicht tiefer liegt als der restliche Körper.
  3. Rücken reiben: Mache mit der anderen Hand feste, aber sanfte kreisende Bewegungen oder klopfe sanft auf den Rücken.

💡 Tipp: Ein ergonomisches Stillkissen auf deinem Schoß entlastet deine Arme beim Aufrecht halten deutlich und sorgt für eine entspannte Haltung.

2. Wann und wie lange sollte man es versuchen?

Die Notwendigkeit eines Bäuerchens variiert je nach Nahrungsmethode. Mit der Flasche genährte Babys können mehr Luft verschlucken, abhängig vom Saugerfluss, der Position während der Nahrung, der Nahrungstechnik und den individuellen Eigenschaften des Babys.

Variable

Stillen

Flasche (Pre-Nahrung oder Muttermilch)

Wann das Bäuerchen versuchen

Beim Brustwechsel oder am Ende der Mahlzeit, besonders wenn das Baby Unruhe zeigt.

Während einer Pause oder am Ende der Mahlzeit, besonders wenn das Baby Unruhe zeigt. Es kann nach 60–90 ml versucht werden.

Luftschlucken

Kann je nach Anlegewinkel, Position und Saugmuster variieren.

Kann je nach Saugerfluss, Flaschenhaltung etc. variieren.

Nächtliche Mahlzeit

Wenn es ruhig einschläft, ist es nicht zwingend notwendig.

Wenn das Baby ruhig und entspannt ist, muss nicht darauf bestanden werden.

Diese Empfehlungen dienen der Orientierung. Es gibt keine festen Regeln dazu, wann oder wie oft ein Baby ein Bäuerchen machen muss. Die Notwendigkeit hängt von seinen Anzeichen von Unwohlsein, der Nahrungsmethode und seinen individuellen Eigenschaften ab.

Wie lange solltest Du es versuchen?

Die allgemeine Regel lautet: Versuche es einige Minuten lang. Wenn das Baby ruhig ist und keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt, kannst Du es auf den Rücken legen, auch wenn kein Bäuerchen gekommen ist. Der wichtigste Indikator ist sein Wohlbefinden, nicht dass zwingend ein Bäuerchen erfolgt.

Wenn das Baby entspannt ist und sich nicht krümmt, kannst Du es hinlegen, selbst wenn kein Bäuerchen kam. Nicht jede Mahlzeit erzeugt Luft im Magen. Der Schlüsselindikator ist das Wohlbefinden, nicht das Geräusch des Bäuerchens.

3. Mein Baby macht kein Bäuerchen und wirkt unruhig: 6 alternative Techniken

Wenn Du merkst, dass es sich krümmt, die Beine anzieht oder jammert, kann es unbehaglich sein. Probiere diese Alternativen, anstatt weiter zu klopfen.

  1. Positionswechsel: Wechsle von einer Haltung zur anderen, um den Druckwinkel auf den Magen zu verändern.
  2. Bauchmassage: Massiere sanft den Bauch mit der Handfläche oder den Fingerkuppen, während das Baby wach ist und auf dem Rücken liegt. Stoppe, wenn es Schmerzen oder größeres Unwohlsein zeigt. (⚠️ Erst ab der 3. Lebenswoche durchführen.)
  3. Fahrrad-Bewegungen: Lege das Baby auf den Rücken, greife seine Beine und bewege sie, als würde es Fahrrad fahren, indem Du die Knie sanft zum Bauch führst. Mache Serien von 10–15 Wiederholungen.
  4. Aufrecht halten: Halte das Baby 15–20 Minuten lang aufrecht an Deiner Brust oder in einer Babytrage. Die Schwerkraft lässt die Luft ganz natürlich aufsteigen.
  5. Wenn es einschläft: Wecke es nicht auf. Halte es 10–15 Minuten aufrecht an Deiner Brust und streichle sanft seinen Rücken. Lege es beim Hinlegen immer auf den Rücken.

4. Wie sich der Bedarf an einem Bäuerchen mit dem Wachstum verändert

  • Die Notwendigkeit eines Bäuerchens hängt nicht von einem genauen Alter ab und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Babys müssen während oder nach der Fütterung aufstoßen, während andere es nicht jedes Mal benötigen.
  • In den ersten Monaten kann es hilfreich sein, es bei einer natürlichen Pause oder am Ende der Fütterung zu versuchen, besonders wenn das Baby Unwohlsein zeigt, sich krümmt, das Trinken unterbricht oder Luft verschluckt zu haben scheint.
  • Wenn das Baby wächst, sich die Körperkontrolle verbessert und sich die Art der Fütterung ändert, benötigt es möglicherweise weniger Hilfe. Ist es nach dem Essen ruhig und zufrieden, muss nicht darauf bestanden werden, bei jeder Mahlzeit ein Bäuerchen zu entlocken.
  • Die Signale und das Wohlbefinden des Babys sind wichtiger als sein Alter oder das Geräusch des Bäuerchens.

5. 4 häufige Fehler, die Du vermeiden solltest

  • Fehler 1: Anis- oder Kamillentee anbieten.
    Verboten: Kinderärzte raten von jeglichem Tee bei Säuglingen unter 6 Monaten dringend ab. Anis enthält Anethol, das bei Säuglingen schwere neurologische Toxizität verursachen kann.
  • Fehler 2: Zu starkes Klopfen. Das kann das Baby erschrecken oder Erbrechen auslösen. Das Klopfen sollte rhythmisch, sanft und mit zur Schale geformter Hand erfolgen.
  • Fehler 3: Nicht darauf bestehen, wenn das Baby entspannt ist. Kommt nach einigen Minuten kein Bäuerchen, obwohl dein Baby ruhig wirkt und keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt, kannst du aufhören.
  • Fehler 4: Zum Schlafen auf den Bauch legen.
    Gefahr: Lege das Baby unter dem Vorwand, Blähungen zu lindern, niemals zum Schlafen auf den Bauch. Die Rückenlage ist die einzige sichere Position zur Vorbeugung des Plötzlichen Säuglingstods (SIDS).

6. Säuglingskoliken vs. gewöhnliche Blähungen

Wie erkennt man, ob das Weinen auf normale Luftblasen oder die gefürchteten Koliken zurückzuführen ist?

Merkmal

Gewöhnliche Blähungen

Säuglingskolik

Dauer des Weinens

Kurz (unter 30 Min.). Besserung nach dem Bäuerchen.

Mehr als 3 Stunden am Tag, an 3 Tagen der Woche, über mehr als 3 Wochen.

Reaktion auf Techniken

Positiv auf Massage, Haltungswechsel oder Fahrrad-Bewegung.

Mit keiner Methode leicht zu beruhigen.

Tageszeit

Eng an die Mahlzeiten gekoppelt.

Konzentriert sich meist auf den späten Nachmittag oder Abend.

Verhalten

Zieht Beine an und krümmt sich leicht.

Schrilles, untröstliches Weinen, geballte Fäuste und Körperspannung.

Säuglingskolik und Beschwerden durch Blähungen

Beschwerden durch Blähungen und Säuglingskoliken können ähnliche Symptome zeigen, wie Weinen, Reizbarkeit, Anziehen der Beine oder Schwierigkeiten, sich zu beruhigen. Diese Anzeichen sind unspezifisch und erlauben es für sich genommen nicht, die genaue Ursache des Weinens zu bestimmen.

Die Säuglingskolik ist durch wiederkehrende und längere Phasen von Weinen, Reizbarkeit oder Unruhe ohne erkennbare Ursache bei einem ansonsten gesunden Baby unter 5 Monaten gekennzeichnet. Es ist eine klinische Diagnose, die das Ausschließen anderer Ursachen für anhaltendes Weinen erfordert.

Konsultiere den Kinderarzt, wenn das Weinen intensiv oder anhaltend ist, das Baby Fieber oder Erbrechen hat, die Nahrung verweigert, ungewöhnlich schläfrig ist, Atemnot zeigt, eine deutliche Bauchblähung aufweist oder Probleme bei der Gewichtszunahme hat.

🚨 Warnsignale: Wann Du zum Kinderarzt gehen solltest

Suche umgehend einen Kinderarzt oder eine Notaufnahme auf, wenn Du Folgendes beobachtest:

  • Strahlartiges Erbrechen (mit großer Kraft und über eine Distanz im Strahl gespuckt).
  • Das Baby verliert an Gewicht oder nimmt nicht altersgerecht zu.
  • Anhaltendes oder untröstliches Weinen, besonders wenn es anders als sonst ist oder von Nahrungsverweigerung, Abgeschlagenheit, Erbrechen oder Fieber begleitet wird.
  • Stark geblähter Bauch (hart, geschwollen und schmerzempfindlich bei Berührung).
  • Fieber über 38 °C bei Babys unter 3 Monaten.
  • Blut oder Schleim im Stuhl.

Fazit

Das Bäuerchen Machen beim Baby ist ein einfacher Prozess, der mit der Übung besser klappt. Denke daran: Probiere eine sichere Position aus und klopfe einige Minuten lang sanft. Wenn Dein Baby ruhig und entspannt ist, musst Du nicht auf einem Bäuerchen bestehen; Du kannst es sicher auf den Rücken in einen sicheren Schlafbereich legen.

Wenige Minuten reichen meist aus. Wenn Dein Baby ruhig und entspannt ist, fixiere Dich nicht auf das Geräusch des Bäuerchens; Du kannst es vollkommen sicher auf den Rücken legen.

FAQ

1. Warum kann ein Bäuerchen beim Baby hilfreich sein?

Ein Bäuerchen ist hilfreich gegen Magenluft, damit angesammelte Luftbläschen vor dem Darm entweichen. Beim Nähren verschlucken manche Babys Luft, insbesondere beim Trinken aus der Flasche. Eine Pause einzulegen und die Position zu wechseln, kann helfen, diese Luft zu befreien und Unwohlsein sowie Spucken zu verringern. Jedoch muss nicht jedes Baby nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen machen.

2. Was passiert, wenn mein Baby beim Trinken einschläft und kein Bäuerchen macht?

Eingeschlafene Babys lässt man am besten friedlich weiterschlafen, solange sie entspannt wirken. Wecke es nicht auf. Halte es einige Minuten lang aufrecht an Deine Brust gelehnt. Wenn es sich nicht krümmt und nicht quengelt, kannst Du es direkt auf den Rücken legen.

3. Ist es normal, dass beim Bäuerchen Milch mit herauskommt?

Leichtes Spucken beim Aufstoßen ist völlig harmlos und normal bei Säuglingen. Das Ausspucken einer kleinen Menge Milch während oder nach der Mahlzeit kommt bei Säuglingen häufig vor. Wenn das Baby zufrieden ist, gut trinkt und angemessen an Gewicht zunimmt, stellt dies im Allgemeinen kein Problem dar.

4. Kann ich auf das Bäuerchen verzichten, wenn ich stille?

Bei entspannten Stillbabys ist ein Bäuerchen nicht zwingend erforderlich, da sie weniger Luft schlucken. Gestillte Babys verschlucken meist viel weniger Luft, sodass sie manchmal kein Bäuerchen benötigen.

Referenzen

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Lassen Sie sich bei gesundheitlichen Problemen stets von Ihrem Arzt oder einem anderen qualifizierten medizinischen Fachpersonal beraten. Momcozy übernimmt keine Verantwortung für Folgen, die sich aus der Nutzung dieser Inhalte ergeben.