Wochenbett: Körperveränderungen, Ernährung & Schlaf-Ratgeber

Das Wochenbett beginnt direkt nach der Geburt und dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen – die ersten 40 Tage sind dabei die intensivste Phase. Wenn du wissen möchtest, wie du dich im Wochenbett am besten erholst, gilt: Ruhe, nährstoffreiche Ernährung und sanfte Unterstützung stehen an erster Stelle, während sich dein Körper zurückbildet und die Hormone einpendeln. In dieser Zeit findet eine tiefgreifende körperliche und hormonelle Umstellung statt: Die Gebärmutter zieht sich wieder zusammen, der Körper baut überschüssiges Wasser ab und die Milchbildung startet. Gleichzeitig schwanken die Hormone stark, was Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und manchmal das Gefühl verursacht, die Kontrolle zu verlieren.

Die gute Nachricht: Die meisten Veränderungen sind vollkommen normal und Teil eines gesunden Heilungsprozesses. In diesem Artikel erklären wir, wie man im Wochenbett wissenschaftlich fundiert isst, schläft und sich erholt – mit einem Wochen-für-Wochen-Plan, der zeigt, welche Körpersignale zu erwarten sind und wann du auf dich achten solltest. Dazu findest du praktische Tipps zu Ernährung, Schlaf, Stillunterstützung und Partnerbeteiligung, die dir helfen, diese ersten Wochen mit mehr Gelassenheit zu erleben.

💡 Wichtigste Erkenntnisse

  • Körperlicher Umstellungsprozess – Das Wochenbett dauert 6 bis 8 Wochen, in denen Gebärmutter, Hormonsystem und Stoffwechsel heilen.
  • Normale vs. kritische Signale – Schwitzen, leichte Nachwehen und Baby Blues sind harmlos, während Fieber oder starke Blutungen ärztlich abgeklärt werden müssen.
  • Nährstoffe & Schlaf in Schichten – Nährstoffdichte Nahrung und Schlafphasen tagsüber sind entscheidend für die Regeneration.
  • Flexibilität beim Stillen – Ein ergonomisches Stillkissen und tragbare Milchpumpen entlasten den Alltag und schaffen Freiräume.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Unsicherheiten oder Beschwerden wende dich bitte an deine Hebamme oder Ärztin.

Wochenbett verstehen: Was passiert in den ersten 40 Tagen wirklich?

Das Wochenbett (auch „Kindbett“ genannt) ist die Phase nach der Geburt, in der sich der Körper der Mutter von den Anstrengungen der Schwangerschaft und der Geburt erholt. Das Wochenbett beginnt direkt nach der Entbindung und dauert medizinisch betrachtet etwa 6 bis 8 Wochen, in denen die schwangerschaftsbedingten physiologischen Körperveränderungen rückgängig gemacht werden: Die Gebärmutter verkleinert sich, die Hormone passen sich an, und das Kreislaufsystem stabilisiert sich.

Wie die WHO in ihren Leitlinien von 2022 betont, sind die ersten 6 Wochen eine entscheidende Phase für das Überleben des Neugeborenen und die körperliche und psychische Gesundheit der Mutter. Die Organisation empfiehlt mindestens vier Betreuungskontakte in dieser Zeit – innerhalb der ersten 24 Stunden, zwischen 48 und 72 Stunden, zwischen dem 7. und 14. Tag sowie in der 6. Woche postpartum. Am besten erfolgen diese in Kombination mit Hausbesuchen, um den Übergang in die häusliche Umgebung zu erleichtern.

Die 3 Körpersysteme im Wandel: Gebärmutter, Hormone, Stoffwechsel

Nach der Geburt arbeiten drei Systeme parallel an deiner Rückbildung:

  1. Die Gebärmutter (Uterus): Sie war während der Schwangerschaft auf das bis zu 500-fache ihrer ursprünglichen Größe angewachsen. Jetzt zieht sie sich wieder zusammen – ein Prozess, der „Uterusinvolution“ genannt wird. Dabei entsteht der Wochenfluss (Lochia), eine Blutung, die die Heilung der Plazentawunde begleitet.
  2. Das Hormonsystem: Die plötzliche Abnahme von Östrogen und Progesteron nach der Geburt führt zu einem starken hormonalen Umbruch. Das „Glückshormon“ Oxytocin steigt beim Stillen an, während Cortisol (Stresshormon) und Melatonin (Schlafhormon) aus dem Takt geraten können.
  3. Der Stoffwechsel: Dein Körper baut nun überschüssiges Wasser, das während der Schwangerschaft gespeichert wurde, ab. Das ist der Grund für das vermehrte Schwitzen und die häufigere Miktion in den ersten Wochen.

40 Tage – ein faustisches Maß oder medizinisch begründet?

Die 40 Tage entsprechen medizinisch ungefähr der 6-Wochen-Marke, an der die Gebärmutter ihre ursprüngliche Größe und Lage in der Beckenhöhle wieder erreicht hat. Nach ACOG-Richtlinien sollte diese Phase nicht als ein einzelner Arztbesuch am Ende betrachtet werden, sondern als ein fortlaufender Prozess der Betreuung.

In Deutschland begleitet dich in dieser Zeit die Hebamme – ein Recht, das in der gesetzlichen Krankenversicherung verankert ist. Sie kommt in der Regel mehrmals in den ersten 12 Wochen zu dir nach Hause, überprüft die Heilung der Gebärmutter, kontrolliert den Wochenfluss und unterstützt dich beim Stillen. Sie muss aber aktiv ab positivem Test von der Schwangeren kontaktiert werden.

Wochen-für-Wochen: Dein Körper in den ersten 6 Wochen

Jede Woche bringt neue Herausforderungen und Fortschritte. Wer weiß, was erwartet wird, kann die Veränderungen besser einordnen und rechtzeitig handeln, wenn etwas nicht stimmt.

Woche 1: Die intensivste Phase – was wirklich normal ist

Die erste Woche ist körperlich die anspruchsvollste, da der Körper auf Hochtouren arbeitet:

  • Der Wochenfluss (Lochia) ist in den ersten 3–4 Tagen am stärksten und hat eine kräftige rote Farbe. Es ist normal, dass er beim Stillen oder Aufstehen kurzzeitig stärker wird – die Gebärmutter zieht sich zusammen.
  • Nachwehen sind krampfartige Schmerzen im Unterleib, die besonders beim Stillen auftreten. Sie sind ein gutes Zeichen: Sie zeigen, dass die Gebärmutter sich aktiv zusammenzieht.
  • Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen sind typisch, weil der Körper Schwangerschaftswasser abbaut.
  • Initiale Brustdrüsenschwellung tritt in der Regel am 2.–4. Tag auf („Milcheinschuss“), auch wenn du nicht stillst.
  • Schlafdefizit ist unvermeidlich: Neugeborene brauchen alle 2–3 Stunden Nahrung.

Wichtig: Wenn die Blutung nicht abnimmt oder plötzlich stärke wird, ist das ein Signal, das ernst genommen werden sollte. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Woche 2–3: Wenn die Hormone fallen – Baby Blues vs. normale Erschöpfung

Ab der zweiten Woche verändert sich das Bild:

  • Der Wochenfluss wird heller: von rot über rosa zu gelb-weiß. Das ist ein normales Zeichen der Heilung.
  • Die Hormonkurve sinkt weiter ab. Viele Mütter erleben in diesen Tagen eine Phase der Tränen, Reizbarkeit oder Überforderung. Diese sogenannten Baby Blues treten in den ersten 2–3 Wochen auf und sind die häufigste emotionale Reaktion nach der Geburt.
  • Die Stillroutine stabilisiert sich allmählich. Zu Beginn kann es helfen, eine tragbare Milchpumpe zu nutzen, wenn du den Körper entlasten möchtest – etwa bei nächtlicher Überproduktion oder wenn du den Alltag flexibler gestalten möchtest. Eine dezente, tragbare Lösung, die sich in den Alltag integrieren lässt, ist hier hilfreich.
  • Wochenbettgymnastik kann vorsichtig begonnen werden – einfache Beckenbodenübungen sind nach Absprache mit der Hebamme sinnvoll.

Woche 4–6: Die „neue Normalität“ – wann Aktivität wieder okay ist

  • Der Wochenfluss wird weiter spärlicher und heller. Viele Mütter bemerken, dass er beim Stillen kurz wieder rötlich wird – ein normaler Reflex der Gebärmutterkontraktion.
  • Langsame Spaziergänge und leichte Alltagsaktivitäten sind in der Regel möglich, sollten aber nicht übermäßig belastend sein.
  • Die Frage nach Sport und körperlicher Belastung wird jetzt relevanter. Nach ACOG ist eine allmähliche Rückkehr zur Aktivität empfohlen, sobald der Körper bereit ist – vorher sollte aber die Heilung abgeschlossen sein.
  • Das erste nachgeburtliche Vorsorgetermin (6-8 Wochen-Untersuchung) beim Frauenarzt steht an. Hier wird kontrolliert, ob die Gebärmutter vollständig zurückgebildet ist.

Wochenbett-Signalcheck: Druckbare Tabelle für Körpersignale

Woche Normaler Wochenfluss Typische Körpersignale Was du tun kannst
1 Stark, rot, ggf. kleine Blutklumpen Nachwehen, Schwitzen, Milcheinschuss Ruhe, regelmäßiges Stillen, Wochenfluss beobachten
2–3 Vermindert, rosa bis braun Baby Blues möglich, Schlafmangel Bekannte unterstützen lassen, Schlaf tagsüber nachholen
4–6 Spärlich, gelb-weiß Energie kehrt zurück, neue Routine Leichte Spaziergänge, Beckenbodenübungen

Diese Tabelle kannst du ausdrucken und als Checkliste nutzen.

6 Körpersignale, die du ernst nehmen solltest – und 6, die harmlos sind

Viele Mütter fragen sich: „Ist das normal?“ Hier ist eine klare Einordnung – mit der wichtigen Einschränkung, dass diese Informationen keine Diagnose ersetzen. Bei Unsicherheit: Immer die Hebamme oder Ärztin kontaktieren.

Harmlos – keine Panik nötig

Harmlos sind meist Symptome, die auf die natürliche Gebärmutterrückbildung und Hormonanpassung zurückzuführen sind.

Signal Warum es normal ist Wie lange es dauert
Leichte Nachwehen beim Stillen Die Gebärmutter zieht sich durch Oxytocin zusammen 1–2 Wochen, abnehmend
Vermehrtes Schwitzen nachts Der Körper baut Schwangerschaftswasser ab 1–8 Wochen
Starker Wochenfluss am Morgen Blut sammelt sich im Liegen und fließt beim Aufstehen ab Solange der Fluss anhält
Stimmungsschwankungen („Baby Blues“) Hormoneller Umbruch nach der Geburt Meist 2–10 Tage, maximal 2 Wochen
Initiale Brustdrüsenschwellung Hormonelle Anpassung des Milchbildungssystems 2–5 Tage nach der Geburt
Leichter Blutgeruch beim Wochenfluss Normale Wundheilung der Gebärmutter Solange der Fluss anhält

Ein Gespräch mit der Hebamme oder Ärztin ist sinnvoll

Ärztlich abgeklärt werden sollten Signale, die auf Infektionen oder Wundheilungsstörungen hindeuten.

Signal Warum es beachtet werden sollte Was zu tun ist
Fieber über 38 °C Kann auf eine Infektion hindeuten Kontakt zur Hebamme oder Ärztin aufnehmen
Starker, plötzlicher Blutverlust mit großen Klumpen Könnte auf Blutung oder verbliebenes Gewebe hinweisen Hebamme oder Ärztin kontaktieren, ggf. Notaufnahme
Wochenfluss wird nach 2 Wochen wieder rot und stark Kann ein Zeichen für eine verzögerte Heilung sein Hebamme kontaktieren
Starke, zunehmende Schmerzen in der Wundregion Bei Dammnaht oder Kaiserschnittwunde: Heilungsstörung möglich Ärztin kontaktieren
Anhaltende Traurigkeit, Schuldgefühle oder Interessenverlust über 2 Wochen hinaus Kann auf eine postpartale Depression hinweisen Fachperson kontaktieren (siehe unten)
Brustschmerzen mit Fieber und Rötung Kann auf eine Mastitis (Brustentzündung) hinweisen Schnellstmöglich Ärztin kontaktieren

Wichtig: Diese Liste ist eine Orientierungshilfe. Sie ersetzt keine medizinische Diagnose. Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere deine Hebamme – sie kennt deine Situation am besten.

Ernährung, Schlaf und Stillunterstützung: Ein praktischer Rahmen für 40 Tage

Wochenbett-Ernährung: Was der Körper wirklich braucht (ohne Mythen)

Dein Körper hat in der Schwangerschaft und während der Geburt enorme Reserven verbraucht. Jetzt braucht er vor allem Nährstoffdichte, nicht unbedingt mehr Kalorien.

  • Eiweißreich: Fisch, Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse – für die Regeneration von Gewebe und Muskeln.
  • Eisen: Nach dem Blutverlust während der Geburt ist der Eisenspeicher oft erschöpft. Eisenhaltige Lebensmittel wie Spinat, Linsen und Rindfleisch helfen, ihn aufzufüllen.
  • Ballaststoffe: Viel Gemüse, Vollkornprodukte und Wasser beugen Verstopfung vor – ein häufiges Problem in den ersten Wochen.
  • Wasser: Stillende Mütter brauchen zusätzliche Flüssigkeit. Trink mindestens 2–3 Liter am Tag.
  • DHA/Omega-3: Fettsäuren, die für die Gehirnentwicklung des Babys wichtig sind, wenn du stillst. Fetter Seefisch (z. B. Lachs) oder Algenöl sind gute Quellen.

Nach der WHO ist eine ausgewogene Ernährung für stillende Mütter essenziell, um sowohl die eigene Regeneration als auch die Milchqualität zu unterstützen.

Schlafstrategie: Warum „durchschlafen“ die falsche Methode ist

Effektiver Schlaf gelingt im Wochenbett durch kurze Schlafphasen tagsüber und flexible Arbeitsteilung.

  • Schlaf in Schichten: Schlafe, wenn das Baby schläft – auch tagsüber. 20–30 Minuten Mittagsschlaf können helfen.
  • Teile die Nacht: Wenn möglich, lasse deine Begleitperson einmal in der Nacht eine Flasche (abgepumpte Milch oder Pre-Nahrung) geben, damit du einen längeren Schlafblock bekommst.
  • Vermeide Bildschirme vor dem Schlafen: Blaues Licht stört die ohnehin angeschlagene Melatonin-Produktion.
  • Akzeptiere die Phase: Der Schlafmangel ist temporär. Nach NHS-Informationen kehrt sich die Schlafqualität allmählich zurück, sobald das Baby längere Nachtschlafphasen entwickelt.

Stillen im Wochenbett: Wann eine tragbare Milchpumpe hilft

Stillen ist lernbar – für Mutter und Baby. Die ersten Tage können herausfordernd sein, wenn die Brustwarzen noch empfindlich sind oder das Baby die richtige Haltung finden muss.

  • Die richtige Haltung: Das Baby soll den ganzen Mund über die Brustwarze legen, nicht nur die Spitze. Ein Momcozy Stillkissen kann helfen, eine stabile Position zu finden, die deine Hände und deinen Rücken entlastet.
  • Brustwarzenpflege: Reines Lanolin (Wollwachs) ist nach dem Stillen hilfreich. Lass die Brustwarzen zwischen den Mahlzeiten an der Luft trocknen.
  • Tragbare Milchpumpen: Für Situationen, in denen du Milch abpumpen möchtest – etwa bei nächtlicher Überproduktion oder um den Partner einmal nachts füttern zu lassen – ist eine tragbare elektrische Brustpumpe praktisch. Sie ermöglicht es dir, Milch zu gewinnen, während du andere Dinge erledigst oder einfach nur ausruhst. Die Momcozy M5 ist ein Beispiel für eine solche Lösung, die sich unauffällig in den BH integrieren lässt.

5-Tage-Essens-Plan mit einfachen, nährstoffreichen Rezepten

Tag 1: Haferflocken mit Chiasamen und Beeren (Frühstück) // Linsensuppe mit Vollkornbrot (Mittag) // Lachs mit gedämpftem Gemüse und Quinoa (Abend)

Tag 2: Vollkornbrot mit Avocado und Ei (Frühstück) // Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Reis (Mittag) // Gemüsecurry mit Kichererbsen (Abend)

Tag 3: Smoothie mit Spinat, Banane und Joghurt (Frühstück) // Nudelsalat mit Thunfisch und Oliven (Mittag) // Rinderhack mit Süßkartoffelpüree (Abend)

Tag 4: Rührei mit Tomaten und Kräutern (Frühstück) // Gemüsesuppe mit Hülsenfrüchten (Mittag) // Gegrillter Fisch mit grünem Salat (Abend)

Tag 5: Müsli mit Nüssen und Joghurt (Frühstück) // Wrap mit Hummus und Gemüse (Mittag) // Hähnchenbrust mit Couscous und gedünstetem Gemüse (Abend)

5 Mythen über das Wochenbett, die dir mehr Stress machen als nötig

Mythos 1–3: Körperliche „Verbote“

Mythos 1: „Du darfst im Wochenbett nicht duschen.“ → Duschen ist vollkommen unbedenklich – auch mit Dammnaht oder Kaiserschnittwunde. Verwende klares Wasser, trockne die Wunde sanft ab und beobachte sie auf Anzeichen von Entzündung.

Mythos 2: „Stillen muss von Anfang an schmerzfrei sein.“ → Anfängliche Empfindlichkeit ist völlig normal, während sich Brustwarzen und Saugtechnik anpassen. Anhaltender Schmerz kann jedoch auf eine falsche Haltung oder zu festes Saugen hinweisen – hier kann die Hebamme oder eine Stillberaterin helfen, die Position zu korrigieren. Reines Lanolin (Wollwachs) und Luftpausen zwischen den Mahlzeiten unterstützen die Heilung.

Mythos 3: „Du darfst keine Treppe steigen.“ → Treppensteigen ist in Maßen erlaubt, solange du dich dabei wohlfühlst. In den ersten Tagen solltest du Treppensteigen einschränken, wenn es sich unangenehm anfühlt. Aber eine gemächliche Treppe ist kein generelles Verbot.

Mythos 4–5: Zeitliche Erwartungen und Stimmungsurteile

Mythos 4: „Der Wochenfluss muss nach 2 Wochen aufhören.“ → Ein Wochenfluss von 4 bis 6 Wochen Dauer ist völlig normal, manchmal hält er sogar bis zu 12 Wochen an. Solange er heller wird und schließlich aufhört, ist das normal. Wenn er wieder rot und stark wird, sprich mit deiner Hebamme.

Mythos 5: „Wenn du traurig bist, hast du eine Wochenbettdepression.“ → Die meisten Tränen sind harmloser Baby Blues, eine vorübergehende emotionale Reaktion nach der Geburt, die in der Regel nur wenige Tage bis zwei Wochen anhält. Eine postpartale Depression zeichnet sich durch anhaltende Symptome über 2 Wochen hinaus aus – sie ist ernst, aber behandelbar. Der Unterschied liegt in der Dauer und Intensität der Symptome, nicht in der Art.

Stimmung und Psyche: Wann Erschöpfung normal ist – und wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

Baby Blues: Was die meisten Mütter in den ersten Tagen erleben

Der Baby Blues dauert meist nur 2 bis 10 Tage und klingt ohne Behandlung von selbst ab. Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt sind emotional intensiv. Viele Mütter erleben eine Mischung aus Euphorie, Unsicherheit und Tränen. Baby Blues – eine hormonell bedingte Phase der Gefühlsstärke, die nach der WHO und ACOG als normale Reaktion auf die enormen körperlichen und emotionalen Veränderungen gilt.

Typische Zeichen der Baby Blues:

  • Plötzliche Tränen ohne erkennbaren Grund
  • Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen
  • Gefühl der Überforderung
  • Schlafstörungen (unabhängig vom Baby)

Diese Phase ist in der Regel vorübergehend und klingt nach einigen Tagen bis zwei Wochen von allein ab. Ruhe, soziale Unterstützung und die Anerkennung, dass diese Phase normal ist, helfen am meisten.

Wenn die traurigen oder ängstlichen Gefühle länger als zwei Wochen anhalten, sich verstärken oder du dich nicht mehr mit deinem Baby verbinden kannst, ist das ein Zeichen, das ernst genommen werden sollte. Das bedeutet nicht automatisch eine Depression, aber es bedeutet, dass professionelle Unterstützung sinnvoll ist.

Fazit

Die ersten 40 Tage nach der Geburt sind eine Zeit der intensiven körperlichen und emotionalen Umstellung. Sie sind kein Test, den du bestehen musst, sondern eine Phase, die du durchlebst – mit Höhen und Tiefen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die meisten Körpersignale sind normal: Der Wochenfluss, die Nachwehen, das Schwitzen und die Stimmungsschwankungen sind Teil eines gesunden Heilungsprozesses.
  • Es gibt keinen „Standardfortschritt“: Jede Mutter heilt in ihrem eigenen Tempo. Vergleiche dich nicht mit anderen.
  • Unterstützung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit: Ob praktische Hilfe, emotionale Bestätigung oder professionelle Beratung – hole dir ein, was du brauchst.
  • Momcozy begleitet dich: Mit praktischen Lösungen wie dem Momcozy Stillkissen für entspanntes Stillen und einer modernen elektrischen Brustpumpe für flexible Milchabgabe – damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: dich und dein Baby.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Wochenbett

  1. Was ist die Wochenbettblutung und wie lange hält sie an? Der Wochenfluss (Lochia) ist die Blutung, die durch die Heilung der Plazentawunde in der Gebärmutter entsteht. Er kann 4–6 Wochen anhalten, manchmal bis zu 12 Wochen. Die Farbe ändert sich von rot über rosa zu gelb-weiß.
  2. Darf ich im Wochenbett duschen oder baden? Duschen ist erlaubt und empfohlen. Baden in der Wanne sollte in den ersten Wochen vermieden werden, um Infektionsrisiken zu minimieren. Trockne die Wunde (Dammnaht/Kaiserschnitt) sorgfältig ab. Baden wird nach neuen Empfehlungen nicht mehr ausgeschlossen, kann aber Fadenmaterial frühzeitig auflösen.
  3. Wann kann ich nach der Geburt wieder Sport machen? Leichte Spaziergänge sind ab der ersten Woche möglich. Intensiver Sport sollte erst nach der 6-Wochen-Untersuchung und mit Zustimmung der Ärztin/Hebamme begonnen werden. Höre auf deinen Körper.
  4. Was ist der Unterschied zwischen Baby Blues und Wochenbettdepression? Baby Blues sind kurzfristige Stimmungsschwankungen in den ersten 2 Wochen, die von allein abklingen. Eine postpartale Depression hält länger als 2 Wochen an, ist intensiver und beeinträchtigt den Alltag. Bei Verdacht sollte eine Fachperson kontaktiert werden.
  5. Wie oft kommt die Hebamme im Wochenbett vorbei? In Deutschland haben Mütter Anspruch auf Hebammenhilfe bis zu 12 Wochen nach der Geburt. Die Häufigkeit der Besuche wird individuell abgestimmt – in der Regel mehrmals in der ersten Woche, dann nach Bedarf.
  6. Was darf ich im Wochenbett essen? Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung ist wichtig: viel Eiweiß, Eisen, Ballaststoffe und Wasser. Es gibt keine strengen Verbote, aber Alkohol und Drogen sind Tabu und übermäßiger Koffeinkonsum sollte vermieden werden oder nach der Stillmahlzeit konsumiert werden.
  7. Wann kann ich nach der Geburt wieder Sexualverkehr haben? Medizinisch empfohlen wird, mindestens 4–6 Wochen zu warten, bis die Wunde (Dammnaht/Kaiserschnitt) verheilt ist. Wichtiger ist jedoch, wie du dich fühlst. Spreche offen mit deinem Partner und nutze Verhütung – auch beim Stillen kann eine Schwangerschaft eintreten.
  8. Ist es normal, im Wochenbett viel zu schwitzen? Ja, das vermehrte Schwitzen (besonders nachts) ist normal. Der Körper baut überschüssiges Schwangerschaftswasser ab. Trage atmungsaktive Kleidung und halte die Raumtemperatur angenehm kühl.
  9. Was tun, wenn das Stillen im Wochenbett schmerzt? Anfängliche Empfindlichkeit ist normal. Anhaltender Schmerz kann auf eine falsche Haltung oder eine Brustentzündung hinweisen. Die Hebamme kann die Haltung korrigieren. Bei Fieber, Rötung oder harten Stellen in der Brust: Hebamme oder Ärztin kontaktieren.

References

Medical Disclaimer

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Bildungszwecken und sind nicht als medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Sie ersetzen nicht die professionelle medizinische Beratung durch eine qualifizierte Hebamme, Ärztin oder andere Fachpersonen. Bei gesundheitlichen Bedenken oder Beschwerden wende dich bitte immer an eine Fachperson. Im Notfall wähle die 112.

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